Als Dorfköter unterwegs in der Stadt

Unbekannte Düfte ohne Ende!
Unbekannte Düfte ohne Ende!

Wisst ihr wie anstrengend es ist, als Dorfköter durch eine Stadt zu wandern? Wahrscheinlich nicht! In meinem Dorf kenne ich jeden Baum. Meistens weiß ich schon aus 50 m Entfernung, wie der Baum riechen wird. Nämlich zuerst mal nach MIR - im ungünstigen Fall nach dem Dorfköter von nebenan!

Hier in der Stadt finde ich nicht einen Baum, der meine Marke trägt. Auch keinen Duft von einem Hund, der mir schon mal über den Weg gelaufen wäre. Und am schlimmsten: Alle Bäume sind nummeriert!

Zum Glück gab's nicht nur Bäume! Unseren Weg zierten unendlich lange Häuserfronten, Poller, Straßenlaternen, schmückende Steinbrocken, und, und, und. Das war ganz großes Kino für mich! Nahezu nach jedem gelaufenen Meter gab es eine Information zu entschlüsseln - und eine neue zu hinterlassen.

 

Aber dann gab es in Schritthöhe auch eine Menge Zeug, das die Zweibeiner vor die Türen gestellt hatten. Zum Beispiel Kisten mit Obst und Gemüse, oder Blumentöpfe, frisch geschnittene Ostersträuche und bunte Ostereier. So verlockend es war, gerade hier das Bein zu heben - so streng waren die Ermahnungen meines Chefs, dies zu unterlassen.

 

Und was es da so alles zu sehen gab: Zuerst mal natürlich auf Schritt und Tritt unbekannte Hunde. Nach der (gefühlt) zwanzigsten Hundebegegnung meinte mein Chef, dass ich dies brauchte für meine weitere Ertüchtigung zum alltagstauglichen Hund. Ohne dem geht nämlich nichts, wenn man den Hundeführerschein anstrebt.

 

Als Hovawart bin ich ja anerkennende Blicke gewöhnt, aber hier unter den städtischen, überwiegend kleinwüchsigen Kläffern, durfte ich in manch glänzendes Menschenauge blicken. Man möchte glauben, dass denen nur selten ein solch stattliches Wesen wie ich unter die Augen kommt. Immerhin zweimal hörte ich Zweibeiner fragen: Ist das ein Hovawart?!

 

Und natürlich ist solch ein Stadtrundgang auch etwas für's Hundeauge. Zumal das eines Dorfköters. Ich sage nur Schaufenster

 

Bei einer der Brücken bin ich doch noch ins Grübeln gekommen, ob der unendlich vielen Schlösser mit mehr oder weniger sinnhaften Treuesprüchen. Schlussendlich jedenfalls bin ich mit meinem Chef einig gewesen: WIR brauchen solch ein Symbolzeug nicht - wir lieben uns bedingungslos - bis dass der Tod uns scheidet.

 

Stadt - du unbekanntes Wesen!

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Kommentare: 1
  • #1

    Friedrich (Montag, 29 Februar 2016 18:27)

    Was für ein glückliches Geschöpf von Hund. Mit so einem Chef, bei so einem Elternhaus
    da kann man nur glücklich sein. Wie viele Kinder würden sich nach so einem "Hundeleben" sehnen, glücklich sein!

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