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Hitzefrei!

Gegen Hitze hilft nur ein Sprung ins kühle Nass

Hinter uns lag der heißeste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Und nun folgte direkt im Anschluss sogar noch der heißeste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

 

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 1881!! Da gab es uns Hovawarte nur als vage Umschreibung. Muss also unendlich lange her sein. Zum Glück für uns  Hovawarte:  Dieses Wetter macht keiner meiner Artgenossen freiwillig mit! Leider ist zu befürchten, dass die vielen Hovawarte, die künftig das Licht dieser Welt erblicken werden, noch mehr klimawandlerisches Ungemach über sich ergehen lassen müssen.

 

Ja, man hat mich schon sehr oft triefend vor Nässe dem Wasser entsteigen sehen. Und doch ist heute alles anders: Zunehmend wird der Aufenthalt im Wasser zum Teil der Überlebensstrategie eines erwachsenen Hovawartes. Gut, wer einen See vor der Haustür hat oder jemanden kennt, der einen an das Ufer einer Hundebadestelle karrt.

Ich selbst war auch schon härter im Nehmen. So kann ich mich erinnern, dass ich meinen Chef früher (also in jungen Jahren) selbst zu sommerlichen Heidefesten nicht allein gehen lassen wollte.  Sollte es in diesem Jahr wieder mal so heiß werden, muss er allein gehen. Ich hoffe, er kommt damit klar.

 

Hier noch ein paar Fotos von mir, aber auch von anderem Getier. Dies als Beleg dafür, dass ich schon lange nicht mehr das alleinige Objekt der Begierde meines fotografierenden Chefs bin. Selbst kleine Käferchen sind aktuell auf gutem Wege, mir diesen Rang abzulaufen.  Und wenn man dann noch bedenkt, dass zwei meiner Konterfeis von Mark Neuwirth geschossen wurden (nämlich die am Zaun), versteht man die Dimension dieses Dilemmas. Fotografiert übrigens auch noch in höchst prekärer Lage: Abgestellt am Rande der fröhlich feiernden Runde des zum fünften Mal ausgerichteten Rotdorn(straßen)-Festes!

Qual der Wahl

Update am Abend: Heute hatte ich noch ein Erlebnis der besonderen Art: Am frisch gemähten Feld boten sich mir gleich DREI interessante Objekte an: der Mäusebussard auf seinem Pfahl sitzend, die unbeeindruckt dahin ziehende Jockerin und zu guter Letzt deren Hund, welcher ebenso wie ich zur Salzsäule erstarrt war. Auch hier war es dann wohl die aufkommende Hitze, die mich nur mal kurz anlaufen, dann aber zu meinen Zweibeinern zurückkehren ließ. Zur Freude meines Chefs, der gerade dabei war, eine zusätzliche Schweißperle zu vergießen. Der kam sich nämlich vor wie in  12 Uhr mittags.

 

Hinzu kommt, dass mein Alter nur wenige Minuten zuvor ein vom Mähdrescher aufgescheuchtes Reh fotografiert hatte. Ein Reh, welches ist erst wahnehmen durfte, als Frauchen mich schon am Schlafittchen hatte.

Wer nicht nur über das Wetter der vergangenen Monate sinnieren, sondern endlich mal erfahren will, wo wir Hovawarte überhaupt herkommen (also ob wir 1881 überhaupt schon gesichtet wurden), darf gerne auch noch weiterlesen:

 

Erst Ende des 19. Jahrhunderts wird als Hovawart ein Haus- oder Hofhund beschrieben, der im Aussehen dem heutigen Rassestandard des Hovawarts entspricht. Das Einsatzgebiet dieser Hunde war hauptsächlich das Bewachen des Hofes, aber auch als Zughund fand er Verwendung.

 

Als Anfang des 20. Jahrhunderts Kurt Friedrich König und sein Vater Bertram König nach „überlegsamen Hunden“, d. h. Hunden mit der Fähigkeit zu situationsgerechtem Handeln suchten, stießen sie immer wieder auf diese starkknochigen, lang- oder zotthaarigen Hunde mit Hängeohren.

 

... und so kam er im Jahr 1922 auf die Idee, aus diesen Restbeständen eines örtlich vorhandenen, vermeintlich aus dem Mittelalter stammenden typischen Bauernhunds, den Hovawart, zunächst als Zuchtversuch und später in Reinzucht als Rasse zu züchten.

 

Er kreuzte Neufundländer, Leonberger, Deutsche Schäferhunde und den Kuvasz mit ein, um einen Hund zu erhalten, der vom Äußeren langhaarig und hängeohrig seinen Hunden glich und vom Wesen her ein natürlicher Schutzhund ist; dass er auch einen afrikanischen Wildhund mit einkreuzte, gehört möglicherweise in den Bereich der Legenden. Der Hovawart wurde 1937 als eigenständige Rasse und im Jahre 1964 als Gebrauchshund anerkannt. (Wikipedia)

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